Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Hypoglykämie (Unterzuckerung)?
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Mediziner sprechen von einer Hypoglykämie, also Unterzuckerung, wenn der Blutzuckerspiegel auf oder unter einen Wert von 3,9 mmol/l (Millimol pro Liter) oder 70 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) gefallen ist.1 Ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig, ist die Versorgung der Organe im Körper mit Energie nicht mehr in ausreichender Menge gewährleistet. 
Welche gesundheitlichen Risiken sind mit Hypoglykämie verbunden?
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Hypoglykämien können eine Reihe an Symptomen hervorrufen. Dazu gehören etwa Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Konzentrationsschwierigkeiten, Verwirrtheit und Sprachstörungen. Bei einer schweren Hypoglykämie kann es sogar zu Krämpfen oder einem Koma kommen.2-4 

Menschen mit Typ 2 Diabetes, die immer wieder unter Hypoglykämie leiden oder bei denen schwere Hypoglykämien auftreten, haben möglicherweise ein höheres Risiko für Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems, etwa in Form eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts.5-7
Welche Symptome hat eine Unterzuckerung?
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Auf Unterzuckerungen reagiert jeder Betroffene anders. Bei einem Freund oder Angehörigen mit Diabetes können Sie etwa folgende Warnsignale feststellen:

 

  • Vergrößerte Pupillen
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Zittern
  • Andauerndes, unkontrolliertes Hin- und Herbewegen der Pupillen 
  • Undeutliche Sprache
  • Glasige Augen oder starrer Blick
  • Scheinbare Verwirrtheit
  • Müdigkeit während eigentlich leicht zu erledigender Aufgaben
  • Schwitzen
  • Im Schlaf sprechen oder schreien
  • Koordinationsprobleme, wie zum Beispiel Dinge fallen lassen
  • Krampfanfälle

 

Daneben können Sie als Mensch mit Diabetes folgende Symptome bei sich selbst feststellen:

 

  • Heißhunger
  • Übelkeit
  • Nervosität oder Angst
  • Schwitzen, Frieren und feuchte Haut
  • Zittern
  • Herzrasen
  • Schwäche oder mangelnde Energie
  • Albträume
  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit oder Schwindel
  • Sehstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Prickeln oder Taubheit von Lippen/Zunge oder Wangen
  • Verwirrtheit
  • Schläfrigkeit

 

Bei einer Unterzuckerung ist es wichtig, den niedrigen Blutzuckerspiegel sofort zu erhöhen. 
Was muss ich tun, wenn ich oder eine andere Person mit Diabetes einen niedrigen Blutzucker habe bzw. hat?
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Eine Unterzuckerung kann sich, wenn sie nicht sofort behoben wird, zu einer ernsten Situation entwickeln. Wenn Sie also vermuten, dass Sie unterzuckert sind, sollten Sie sofort handeln.
 
Sich selbst behandeln8,9
 
Wenn Sie glauben, eine Unterzuckerung zu haben, sollten Sie folgende Dinge tun:
    Essen oder trinken Sie etwas Zuckerhaltiges – beispielsweise ein Glas Fruchtsaft (200 ml), 4 oder 5 Zuckerwürfel, 10 Gummibärchen oder 3 bis 6 Glucose- oder Traubenzuckertäfelchen.
    Ermitteln Sie Ihren Blutzuckerwert nach ungefähr 10-15 Minuten und führen Sie basierend auf Ihren Blutzuckerwerten (oder Symptomen) einen der folgenden Schritte aus:

A. Liegt der Wert dann bei 4 mmol/l bzw. 72 mg/dl oder höher und fühlen Sie sich soweit in Ordnung, nehmen Sie eine kohlenhydrathaltige Zwischenmahlzeit mit langwirksamen Kohlenhydraten zu sich, etwa ein Vollkornsandwich oder einen Müsliriegel. 
 
B. Sollten Sie sich noch immer nicht besser fühlen oder Ihr Blutzuckerwert weiterhin unter 4 mmol/l liegen, nehmen Sie nochmals etwas Zuckerhaltiges beispielsweise ein Glas Fruchtsaft (200 ml), 4 oder 5 Zuckerwürfel, 10 Gummibärchen oder 3 bis 6 Glucose- oder Traubenzuckertäfelchen zu sich.
Liegt der Wert dann bei 4 mmol/l bzw. 72 mg/dl oder höher und fühlen Sie sich soweit in Ordnung, nehmen Sie eine kohlenhydrathaltige Zwischenmahlzeit mit langwirksamen Kohlenhydraten zu sich, etwa ein Vollkornsandwich oder einen Müsliriegel.
 
Eine andere Person behandeln8,9
 
Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Person unterzuckert und hilflos ist, weil sie beispielsweise bewusstlos ist oder benommen erscheint, befolgen Sie folgende Schritte:
    Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage, wenn sie bewusstlos ist. 
    Verabreichen Sie der Person eine Injektion eines glucagonhaltigen Arzneimittels – falls eine solche Glucagon-Spritze verfügbar ist und Sie wissen, wie sie angewendet wird oder suchen Sie medizinische Hilfe, bzw. rufen Sie einen Rettungswagen.
    Sobald die Person zu sich kommt und sich zu erholen beginnt, reichen Sie ihr ein zuckerhaltiges Getränk oder Nahrungsmittel, beispielsweise ein Glas Fruchtsaft (200 ml), 4 oder 5 Zuckerwürfel, 10 Gummibärchen oder 3 bis 6 Glucose- oder Traubenzuckertäfelchen, und anschließend eine kohlenhydrathaltige Zwischenmahlzeit mit langwirksamen Kohlenhydraten, etwa ein Vollkornsandwich oder einen Müsliriegel.

Wo kann ich weitere Informationen über Diabetes finden?

 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Unterzuckerungen!

 
Sie sind ein Patient mit Diabetes und haben schon einmal eine Unterzuckerung erlebt? Kennen Sie das schwache, zitternde Gefühl, das Sie bekommen, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist? Erkennen Sie mögliche Anzeichen, Symptome und Auslöser von Hypoglykämien? Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann Sie bei Ihrer Diabetestherapie und dem Umgang mit Unterzuckerungen beraten und unterstützen.
Mehr Informationen für Menschen mit Typ 2 Diabetes finden sich auch in unserer Broschüre.
 
Füllen Sie einfach den kurzen Fragebogen aus und bringen Ihn zum nächsten Arztbesuch mit.

Sprechen Sie mit Ihren Patienten über Hypoglykämien!

Sind Sie Ärztin/Arzt oder Diabetesberater/in und möchten Ihren Patienten helfen, das Risiko einer Hypoglykämie zu erkennen und zu vermeiden?
Wussten Sie, dass…
  • viele Patienten mit Typ 2 Diabetes ihren Arzt selten oder nie über hypoglykämische Ereignisse informieren?5
  • viele Patienten Hypoglykämien aufgrund ihrer psychischen und körperlichen Symptome fürchten und aus Angst vor weiteren Hypoglykämien eigenmächtig ihre Insulindosis reduzieren?11,12
Lesen Sie mehr zum Thema Hypoglykämien bei Typ 2 Diabetes in unserer Kurzbroschüre für Ärzte!

 

Zahlen und Fakten

23

leichte oder moderate hypoglykämische Episoden erlebt ein Patient mit Typ 2 Diabetes durchschnittlich pro Jahr4,*

50%

der Patienten haben noch nie oder nur sehr selten mit ihrem Arzt über ihre Hypoglykämie gesprochen5,**

2,7x

höheres Risiko für kardiovaskuläre Mortalität und ernste kardiovaskuläre Komplikationen (MACE) bei schweren Hypoglykämien6,7,***

64%

der Patienten mit Typ 2 Diabetes sind sich ihrer Hypoglykämien nicht vollständig bewusst5,**

43%

der Patienten mit Typ 2 Diabetes reduzieren ihre Insulindosis nach einer leichten Hypoglykämie, um eine weitere Hypoglykämie zu vermeiden11

58%

der Patienten mit Typ 2 Diabetes reduzieren ihre Insulindosis nach einer schweren Hypoglykämie, um eine weitere Hypoglykämie zu vermeiden11

74%

der unbemerkten Unterzuckerungen treten nachts auf13

 

 

* Ergebnis einer Auswertung Populations-basierter Studien bei Menschen mit Typ 2 Diabetes mit Insulintherapie und oralen Antidiabetika.
**Ergebnis einer Befragung von Patienten mit Typ 2 Diabetes und einer oral unterstützten Basalinsulintherapie.
***Während Studien einen Zusammenhang zwischen Hypoglykämien und den genannten kardiovaskulären Ergebnissen zeigten, besteht keine nachgewiesene Kausalität.

Referenzen:

1Briscoe VJ et al. Hypoglycemia in type 1 and type 2 diabetes: physiology, pathophysiology, and management. Clin Diabetes. 2006;24:115–121.

2Stellungnahme der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) „Definition Hypoglykämie und Hypoglykämiewahrnehmungsstörung bei Diabetes und Kodierung im ICD“ vom 23. Februar 2018. Abgerufen von: http://deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Stellungnahmen/2018/2018_02_Stellungnahme_Hypo_Hypowahrnehmungsst%C3%B6rung_ICD_Kodierung.pdf, letzter Zugriff: 12.04.2019.

3International Hypoglycaemia Study Group. Glucose Concentrations of Less Than 3.0 mmol/L (54 mg/dL) Should Be Reported in Clinical Trials: A Joint Position Statement of the American Diabetes Association and the European Association for the Study of Diabetes. Diabetes Care 2017;40:155–157.

4Edridge CL, Dunkley AJ, Bodicoat DH et al. Prevalence and Incidence of Hypoglycaemia in 532,542 People with Type 2 Diabetes on Oral Therapies and Insulin: A Systematic Review and Meta-Analysis of Population Based Studies. PLoS ONE 2015;10(6):e0126427. doi:10.1371/journal. pone.0126427

5Östenson CG, Geelhoed-Duijvestijn P, Lahtela J et al. Self-reported non-severe hypoglycaemic events in Europe. Diabetic Medicine 2014;31:92–101

6Heller SR, Bergenstal RM, White WB et al. Relationship of glycated haemoglobin and reported hypoglycaemia to cardiovascular outcomes in patients with type 2 diabetes and recent acute coronary syndrome events: The EXAMINE trial. Diabetes, Obesity and Metabolism 2017;9:664–671

7Zoungas S, Patel A, Chalmers J et al. Severe hypoglycemia and risks of vascular events and death. New England Journal of Medicine 2010;363:1410–1418

8Inkster B, Frier BM. Br J Diabetes Vasc Dis 2012;12:221–226

9Inkster B, Frier BM. Diabetes Obes Metab 2013;15(9):775–783

10Zammitt N, et al. Diabetes Technology & Therapeutics. 2011;13(5)

11Leiter LA, Yael JF, Chiasson JL et al. Assessment of the Impact of Fear of Hypoglycemic Episodes on Glycemic and Hypoglycemia Management. Canadian Journal of Diabetes 2005;29(3):1–7.

12Geelhoed-Duijvestijn PH, Pedersen-Bjergaard U, Weitgasser R et al. Effects of patient-reported non severe hypoglycemia on healthcare resource use, work-time loss, and wellbeing in insulin treated patients with diabetes in seven European countries. Journal of Medical Economics 2013;16;1453–1461

13Chico A et al. The continuous glucose monitoring system is useful for detecting unrecognized hypoglycemia in patients with type 1 and type 2 diabetes but is not better than frequent capillary glucose measurements for improving metabolic control. Diabetes Care. 2003;26:1153-1157